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Brücke über den Ziegelsee in Schwerin
Beschränkter Realisierungswettbewerb
3. Rundgang
Schwerpunkte
-
Ingenieurbau - Stahlbau - Klappbrücken
Vorgabe
Am Ortsrand von Schwerin soll zwischen Innerem und Äußerem Ziegelsee die bestehende Straßenbrücke von 1922 durch einen attraktiven Neubau ersetzt werden. Dabei soll den zukünftigen Ausbauplanungen für einen innerstädtischen Yachthafen Rechnung getragen werden und eine bewegliches Brückenbauwerk entwickelt werden, dass eine freie Durchfahrt von Segelbooten ermöglicht.
In der parkartig anmutenden Landschaft ist darüber hinaus die optimale Anbindung an das ufernahe Wanderwegenetz einzubeziehen.
Schwerin
2001

Landschaftsarchitekten: Michel + Piening
Systemdarstellung
Tragwerk
Das Tragwerk der neuen, beweglichen Brücke über den Ziegelsee besteht aus einem Paar einhüftiger, antimetrischer Winkel-Pylone mit linearen Abspannungen zur filigranen Fahrbahnplatte. Die zu überdeckende Gesamtöffnung beträgt dabei etwa 24,5 m Länge zwischen den Widerlagerkanten und 15,5 m Überbaubreite. Die Abspannungen werden als zug- und druckfeste Rohrprofile mit frei drehbaren Anschlusskalotten ausgeführt. Die Fahrbahnplatte als orthotrope Platte mit Flachstahlrippen wird getragen von fünf gevouteten Hohlkastenträgern mit veränderlichen Bauhöhen in Brückenlängsrichtung. Zwei gespreizte Pylonfußpaare unterhalb der Fahrbahn sichern die Seitenstabilität.
Lageplan
Entwurf
Der Standort der neuen Brücke erlaubt einen einzigartigen Panoramablick auf die Silhouette von Schwerin. Aus der Stadt gesehen markiert die neue Brücke einen Point de Vue, das Ende einer Sichtachse, die auch den Rand der Stadt anzeigt.
Die geplante Brücke nimmt die Aufgabe des Point de Vue zum Anlass, den Vorgang der Bewegung, die neuartige Mechanik der Klappbrücke, zum Thema zu machen und zu überhöhen.
Im geöffneten Zustand wird die in die Senkrechte gestellte Fahrbahnplatte weithin ein Zeichen für den neuen Yachthafen und seinen Betrieb setzen. Auch im geschlossenen Zustand unterstreichen die Winkelpylone zusammen mit den Schrägrohren den maritimen Charakter und markieren selbstbewußt das 'bewegende' Bauwerk.
Dynamik
Zum Öffnen des Schifffahrtsprofils heben ölhydraulische Kolben innerhalb der oberen Pylone den Aufhängungspunkt der Zugrohre entlang der Pylonachsen konstant nach oben. Durch die relativen Winkelverdrehungen der einzelnen Bauteile zueinander - Pylone, Fahrbahn und Zugstangen sind dynamisch ! - variieren die Massenbeschleunigungen der Brückenplatte und des Pylons trotz konstanter Hubgeschwindigkeit. Dies erfolgt in idealer Weise entsprechend den Beanspruchungen in den Aufhängungen.
Die expressive Seitenneigung der Pylone sichert die Seitenwindstabilität der Brücke im geöffneten Zustand, erfordert aber gleichzeitig allseitig drehbare Anschlussdetails der Zugrohre. Dies erfolgt über Kugelkalotten unten und einen drehbaren Blechanschluss mit Querbolzen am Hubkolben.
Ansichten
 Grundriss